Zur Geschichte des Hauses und der Familien Sommer
Im Jahre 1868 wurden durch den Wollhändler Carl Friedrich Linsenbarth die Häuser Berkaer Straße 2, 4 und 6 erbaut und die 3 Töchter bekamen je ein Haus als Geschenk. Diese 3 Häuser, die ersten modernen in der Berkaer Straße, später Luisenstraße, jetzt Humboldtstraße, waren damals als "Linsenburg" bekannt.
Das
Gebäude Nr. 2 wurde gleich als Delikatessengeschäft mit Weinstube
und Handel gebaut, da Rosa Linsenbarth den Kaufmann Hermann Sommer ehelichte
und so wurde das Geschäft am 6. April 1868 eröffnet.
Im September 1898 wurde der Firma Sommer das Prädikat "Großherzoglich Sächsischer Hoflieferant" zuerkannt. Viele Prominente wurden von der Fa. Sommer beliefert, z.B. Franz Liszt und Max Reger. In der Weinstube verkehrten u.a. der Maler Peter Woltze, die Professoren Klemm, Huth und Abendroth, sowie der Kunstmaler Alfred Ahner, ebenso bekannte Künstler des Nationaltheaters, wie die Herren der Loge Anna Amalia. Dies bezeugen die alten Gästebücher. Außer der Weinstube und dem Geschäft gab es noch eine Stadtküche von Hermann Sommer dem III., diese lieferte das gesamte kalte Büfett ins Stadtschloß zum Empfang des Reichspräsidenten Hindenburg am 10.5.1926. Die jährlich stattfindenden Bühnenbälle am Nationaltheater wurden ebenfalls von der Stadtküche mit Delikatessen beliefert. 1928 zur Gartenbauausstellung in Belvedere hatte die Firma Hermann Sommer ein Wein-und Kaffeehaus in Betrieb genommen.
Aufgrund der gesellschaftlichen Gegebenheiten mußte die Tradition im Jahre 1958 unterbrochen werden. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands ist es möglich geworden, die Tradition fortzusetzen und so konnten die Weinstuben im alten Stil wieder hergerichtet werden, sicher zur Freude aller ehemaligen Gäste und der Weimar-Besucher.